Hände weg vom Hülser Bruch!

An der Von-Harff-Straße soll nach den Vorstellungen der Bezirksregierung Bauland in einer Größe von 2,1 ha (21 000 m2) und Am Königspark in einer Größe von 4,8 ha (48 000 m2) entstehen. Der Regionalrat Düsseldorf hat in seiner Sitzung vom 27. Juni mit den Stimmen der Krefelder Ratsvertreter Hengst (SPD) und Läckes (CDU) beschlossen, eine Änderung des erst vier Jahre alten Regionalplans vorzunehmen. Ziel ist es, alleine in Krefeld neue Wohnbauflächen in der Größe von 71 ha neu auszuweisen.

Angesichts der aktuell besorgniserregenden klimatischen Veränderungen und des Artensterbens ein unverantwortlicher Vorgang. Eine weitere Versiegelung von Landschaft fördert die Klimaerwärmung und nimmt Tieren und Pflanzen weiteren Lebensraum. Allein der dramatische Rückgang bei Insekten ist für Hüls durch Untersuchungen bestätigt.

Bei den beiden genannten Flächen handelt es sich um Teile der Kulturlandschaft Flöthbachniederung/Hülser Bruch. Die Gebiete haben als Kaltluftsammelgebiet besondere Bedeutung für das Klima. Das hoch anstehende Grundwasser hat große Bedeutung für die Wasserhaltung. Ein Teil der Fläche ist im Biotopkataster Hülser Bruch mit regionaler Bedeutung für Tiere und Pflanzen erfasst. Die Gebiete sind Jagd- und Brutgebiet für Waldkäuze und Steinkäuze. Die Stadt Krefeld hat in letzten Jahren viel Geld investiert (und macht es immer noch), um die Flöthbachaue im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie durch Renaturierungsmaßnahmen ökologisch aufzuwerten. Die Bestrebungen, in der Nähe bauen zu wollen, konterkarieren diese Investitionen und werten sie entsprechend ab.

Begründet wird das mit der Behauptung, dass dringend Wohnraum gebraucht wird. Das mag zwar für einzelne Ballungsgebiete zutreffen, in Krefeld sieht die Situation allerdings anders aus.

Die Bevölkerungsvorausberechnung geht von einer Abnahme der Bevölkerungszahl von 226 699 auf 223 355 im Jahr 2040 aus. Auch die Zahl der Haushalte wird von aktuell 115 700 bis zum Jahr 2040 auf 114 600 sinken. Allein aus diesen Zahlen heraus lässt sich eine weitere Ausweisung von neuem Wohnbauland nicht begründen.

In Krefeld sind ca. 50 % der Haushalte Singlehaushalte mit steigender Tendenz. Für diese Haushalte sind hauptsächlich innerstädtische Wohnungen von kleiner bis mittlerer Größe interessant und keine Einfamilienhäuser am Stadtrand. Es droht ein massiver Eingriff in das äußerst wertvolle Hülser Bruch Bruch.

Auch aus diesem Grunde ist es falsch, neue Wohngebiete auszuweisen. Wichtiger wäre eine verstärkte Nutzung der Innenstadt, in der nach verschiedenen Schätzungen mehrere tausend Wohnungen nicht genutzt sind.

Textquelle: https://huelser-bruch.weebly.com/

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