Kreisverband Krefeld

 

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© 02.07.2018 Grüne KV Krefeld

Kommunalwahlprogramm 2014 - Schule

Schaffung und Stärkung zukunftsfähiger Schulen

Gute Bildung eröffnet bessere Lebenschancen und ein selbstbestimmteres Leben.
Damit wird der Zugang zu hochwertiger Bildung zu einem Schlüsselfaktor für Krefelder BürgerInnen. Nach Ansicht der Grünen können nur zukunftsfähige Schulen alle Talente fördern und Menschen für ihr weiteres Leben rüsten, indem sie

  • Bildungsgerechtigkeit verbessern

  • durch eine gute Ausstattung besseres Lernen ermöglichen

  • eine qualitätsvolle Ganztagsbetreuung anbieten

  • sich als gesunder Lernort präsentieren.

Dies wollen wir durch verschiedene Schritte erreichen:

Längeres gemeinsames Lernen

Jeder Mensch hat sein eigenes Lerntempo, macht seine Entwicklung nach seiner eigenen inneren Uhr. Schulen sollten von daher nicht frühzeitig nach vermeintlichen Begabungen sortieren, sondern durch Lernen voneinander und verstärkte individuelle Förderung vorhandene Potenziale zur Entfaltung bringen. Dem tragen insbesondere integrative Schulsysteme Rechnung, wie der internationale Vergleich immer wieder zeigt. Viel hat sich hier in Krefeld in den letzten Jahren getan. Nicht nur durch den demographischen Wandel, auch durch einen Perspektivwechsel auf Landesebene und beharrliches grünes Bildungsprofil vor Ort ist es gelungen, eine neue Gesamtschule auf den Weg zu bringen. Weitere stehen in den Startlöchern. So vollzieht sich in Krefeld ein Wechsel weg vom gegliederten Schulsystem hin zu Schulen für alle. Interessant erscheint uns dabei auch der Modellversuch „PRIMUS“, der ein gemeinsames Lernen zum Teil jahrgangsübergreifend von Klasse 1 bis 10 vorsieht. Wir wollen prüfen lassen, inwiefern dieser Modellversuch bei Krefelder Schulen auf Interesse stößt. Aber ganz gleich, ob PRIMUS, Sekundarschule oder Gesamtschule – wir Grüne werden die Schulentwicklung in Richtung eines längeren gemeinsamen Lernens vorantreiben.

Alle Talente fördern - Inklusion ausbauen und stärken

Jeder von uns hat Talente. Diese zu wertschätzen, zu entfalten und auch für die Gemeinschaft zu nutzen ist das Ziel der sogenannten ‚Inklusion’. Im Schulbereich bedeutet es, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden. Ein solcher Unterricht bereichert jeden Lernenden in seiner individuellen Entwicklung, führt zu besseren Lernergebnissen und wirkt Ausgrenzung und Vorurteilen entgegen. Mit großem Erfolg haben sich bislang Grund- und Hauptschulen dieser Arbeit angenommen und integrative Lerngruppen bei sich eingerichtet; seit dem Schuljahr 2011/12 sind weitere integrative Lerngruppen an einzelnen Gymnasien, Realschulen und Gesamtschulen eingeführt worden. Wir setzen uns dafür ein, dass auch die anderen weiterführenden Schulen sich dieser Aufgabe stellen.

Unterstützen wollen wir diese Schulen dadurch, dass wir ihre sächliche Ausstattung verbessern. Auch fordern wir ein Raumprogramm, dass dem erhöhten Bedürfnis nach Kleingruppenarbeit gerecht wird. Um sowohl Personal- als auch Sachressourcen zu bündeln, setzen wir uns dabei für die Bildung von Schwerpunktschulen ein. Diese sollen so verteilt sein, dass in jedem Stadtbezirk ein Angebot für integratives Lernen vorgehalten wird, um dem Anspruch „Kurze Beine – kurze Wege“ gerecht zu werden. Da dieses Thema nicht in wenigen Jahren „abgearbeitet“ sein wird, werden wir einen Inklusionsplan für Krefeld fordern, der neben dem Schulbereich auch die Jugendhilfe und den Sozialbereich umfasst. Hier sollen alle Maßnahmen zum Bereich Inklusion entlang eines Bildungsverlaufs, angefangen mit der vorschulischen Erziehung bis hin zum Übergang Schule – Beruf, abgestimmt und koordiniert werden.

Alle Talente fördern – Seiteneinsteigern gerecht werden

Immer häufiger werden Schulen vor die Herausforderung gestellt, Kinder und Jugendliche zu beschulen, die als Flüchtlinge ohne Deutsch- oder gar Schulkenntnisse zu uns kommen. Um wirklich alle Talente zu fördern, setzen sich die Grünen dafür ein, dass alle Schulen und Schulformen sich an dieser Aufgabe beteiligen – ähnlich wie beim Thema Inklusion.

Auch hier wollen wir unterstützend die sächliche Ausstattung verbessern. Darüber hinaus fordern wir eine Aufstockung der Schulsozialarbeit. Gerade SchülerInnen, die aus Krisengebieten geflüchtet sind, benötigen persönliche Unterstützung aufgrund traumatisierender Erlebnisse; für die in der Schule Arbeitenden bedeutet Schulsozialarbeit eine wertvolle Bereicherung, um Schwierigkeiten im Schulbereich abfedern zu können.

Kurze Beine – kurze Wege: Schuleinzugsbereiche

Nach dem Wegfall der Schulbezirksgrenzen bei Grundschulen gestaltet sich auch in Krefeld die Anmeldung an Schulen sehr unterschiedlich. Bei einigen stark nachgefragten Schulen wird über bauliche Maßnahmen nachgedacht, während andere Schulen aufgrund sinkender Schülerzahlen in Existenznot geraten. Dies erscheint uns in Zeiten eines Nothaushalts völlig inakzeptabel. Deshalb wollen wir Fehlinvestitionen durch Einführung von Grundschuleinzugsbereichen begegnen. Hierdurch wird festgelegt, welche Kinder eine Schule vorrangig aufnimmt. Sind darüber hinaus noch Kapazitäten – sprich Räumlichkeiten und Lehrpersonal - vorhanden, können auch weiter entfernt Wohnende ihre Kinder dort anmelden. Ist die Schule bereits ausgelastet, werden diese an eine näher gelegene Schule verwiesen, sodass weiterhin gilt „Kurze Beine – kurze Wege“.

Gut betreut lernt sich’s besser

Mit der Einführung des Offenen Ganztags an allen Krefelder Grundschulen wurde eine solide Basis für ein ganztägiges Lernen geschaffen. Der stetig wachsenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen kann das bestehende Angebot jedoch nicht gerecht werden. Bei rückläufigen Schülerzahlen gehen wir davon aus, dass zusätzliche Gruppen zwar ohne bauliche Maßnahmen eingerichtet aber dennoch mit entsprechendem Personal ausgestattet werden müssen. Nach den Grundschulen muss jetzt aber auch in den anderen Schulen gerade bei verlängerter Verweildauer (G8) eine gute Über-Mittag-Versorgung sichergestellt werden. Wir setzen uns für eine regelmäßige Qualitätsanalyse ein, die helfen soll, die Standards in der Betreuung zu sichern und zu erhöhen.

Eine Schule für alle Sinne – die gesunde Schule

Schülerinnen und alle in der Schule Arbeitenden verbringen einen großen Anteil ihrer Lebenszeit in der Schule. Umso wichtiger ist es daher, dass dieser Lebensbereich so gesund wie möglich gestaltet wird. Das beginnt bei der Gestaltung und Einrichtung der Räume, bezieht gesundes Essen mit ein und schlägt sich auch im Lernangebot nieder. Wir setzen uns für ein Qualitätsmanagement bei der Verköstigung im Ganztag ein. Außerdem fordern wir angesichts der Feinstaubbelastung in Klassenräumen, die Reinigungsart und -intervalle darauf abzustimmen, um gesundheitliche Belastungen zu vermeiden.

Seit einiger Zeit sind Bestrebungen im Gange, in Krefeld im Sekundarstufenbereich eine Sportschule zu errichten. Dies begrüßen wir ausdrücklich, gibt es doch interessierte Schulen, die bereits ein gutes Angebot im Sport- und Gesundheitsbereich vorzuweisen haben. Wir setzen uns dafür ein, diese Schulen auf ihrem Weg zu begleiten und in jeder Weise zu unterstützen.

Planvoll in die Zukunft - Schulentwicklungsplan Berufskollegs

Die vier Krefelder Berufskollegs sind überregional eingebunden und nachgefragt. Hier können SchülerInnen sowohl berufsbegleitend in den verschiedensten Fachrichtungen ausgebildet werden, Schulabschlüsse bis hin zur Hochschulreife erwerben als auch in speziellen Eingangsklassen auf eine Berufsausbildung vorbereitet werden. Der demographische Wandel wirkt sich aber auch auf die Berufskollegs aus. Längst überfällig ist deshalb ein Schulentwicklungsplan, der überregional abgestimmt ist, die Stärken der bestehenden Systeme aufgreift und eine Doppelung von Angeboten vermeidet.

Vernetzung und Weiterbildung

Die Aufgaben, die auf Krefelder Schulen in der Zukunft zukommen werden, sind riesig und verbreiten vielerorts das Gefühl von Überforderung. Dafür muss sich Krefeld als Bildungsregion rüsten und zu guten Traditionen zurückfinden. Das Bildungsbüro hat während der Zeit des Modellversuchs ‚Selbstständige Schule’ durch Fortbildung und Vernetzung aller Bildungsakteure viele Impulse gesetzt. Dies soll nach Meinung der Grünen neu belebt und mit Blickrichtung auf heutige Themen ausgestaltet werden.

 

Optimierung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bildungseinrichtungen

Stärkung außerschulischer Lernorte

Für eine nachhaltige Bildungsarbeit ist es unerlässlich, zusätzlich zum Unterricht Lernangebote und Lerngelegenheiten vorzuhalten. Dazu leistet z.B. das Umweltzentrum im Hülser Bruch als außerschulischer Standort einen wichtigen Beitrag für Kindergärten, Grundschulen und auch weiterführende Schulen. Ebenso wird das Schullandheim Herongen von vielen Schulklassen nicht nur als Ort der Begegnung, sondern auch als Ort außerschulischen Lernens genutzt. Darüber hinaus sind die Angebote des KREfelder SCHüler- und Lehrertheaters (KRESCH) und des Jugendtheaterclubs des Schauspiels Krefeld-Mönchengladbach sehr gut geeignet, die Persönlichkeitsfindung und –bildung von Schülerinnen und Schülern voranzutreiben.

Neuer Übergang Schule Beruf (NÜS)

In der Vergangenheit konnten Krefelder SchülerInnen von den bewährten Instrumenten wie Potentialanalyse, Berufsfelderkundung bzw. Werkstättentage im Rahmen von „Übergang Schule Beruf“ profitieren. In den letzten Monaten stieg sogar die Zahl der teilnehmenden Schulen von 11 auf 17. Neben Fortbildungsveranstaltungen für Schulen und Erfahrungsaustausch steigert die professionelle Begleitung des Übergangs Schule Beruf erfahrungsgemäß die Attraktivität der Dualen Ausbildung und sorgt durch die zahlreichen Beratungsgespräche auch für eine solide Elternarbeit. Aufgrund des Nothaushalts wurde der Antrag auf das Nachfolgeprogramm NÜS jedoch zurückgenommen. Selbst die gut laufenden Maßnahmen nach dem Motto ‘’Kein Abschluss ohne Anschluss” bzw. “START-klar” sind gefährdet. Wir fordern, dass die Stadt Krefeld einen Antrag zur Teilnahme am NÜS Programm stellt!

Schulsozialarbeit

Es ist dafür Sorge zu tragen, dass die erfolgreich angelaufene Versorgung der Schulen mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern fortgesetzt werden kann!

Kooperation zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen

Die Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen ist sehr wichtig, um Bildungsbiografien von Anfang an zu begleiten. Alle Grundschulen haben bereits existierende Kooperationsvereinbarungen mit den angrenzenden KiTas abgeschlossen. Die Fülle der Aufgaben, die aus einer solchen Vereinbarung resultiert, überfordert jedoch beide Seiten. Stattdessen müssen praktikable Lösungen zwischen den beteiligten Vertragsparteien erarbeitet werden.

Stärkung der Kooperation zwischen der Hochschule Niederrhein und den Schulen

Die Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Niederrhein und den Krefelder Schulen ist noch zu wenig ausgebaut. Um die Chance auf eine bessere Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen eines Hochschulstudiums zu wahren, reicht es nicht, dass vorzugsweise in den Herbstferien “Schnupperkurse” für Interessierte angeboten werden. Vorsichtige Versuche einiger Krefelder Oberstufen, kleine Gruppen regelmäßig am Hochschul-Lehrbetrieb teilnehmen zu lassen, sollten weiter ausgebaut werden.

 

Ausstattung der Schulen verbessern

Neben den LehrerInnen und den MitschülerInnen gilt das Schulgebäude als der dritte Lehrmeister. In Gebäuden, in denen man sich wohlfühlt, lebt und lernt es sich viel besser. Hier gibt es in Krefeld noch viel zu tun:

Gebäudesanierung

Der berühmte Sanierungsstau trifft auch auf Krefelder Schulgebäude zu. Engagierte Eltern, Lehrer und Schüler versuchen zwar in persönlichem Einsatz, ihre Schule freundlich zu gestalten, bei so grundlegenden Defiziten wie mangelhaften Fenstern, undichten Dächern oder nicht zu benutzenden naturwissenschaftlichen Räumen sind aber große Anstrengungen der Stadt gefragt. Auch in Zeiten knapper Kassen haben Krefelder SchülerInnen ein Anrecht darauf, in ordentlichen Räumlichkeiten unterrichtet zu werden. Maßnahmen wie im Folgenden aufgelistet könnten dabei helfen, städtische Ausgaben zu verringern, um dieses Geld in die Sanierung zu investieren.

a) Energie-/Gebäudekataster für Schulen

Schon lange fordern die Grünen ein Energiekataster für alle städtischen Gebäude. Damit besäße die Kommune ein wichtiges Instrument, um die energetische Beschaffenheit auch der Schulgebäude zu erfassen. Dies ist notwendig, um eine Entscheidungsgrundlage für den Schulentwicklungsplan zu haben und konkrete Handlungsempfehlungen für die energetische Sanierung der einzelnen Schulen abzuleiten. Zwar wird daran zurzeit gearbeitet, es ist aber leider immer noch nicht vollständig, so dass keine Planungssicherheit für die weitere Nutzung des Gebäudebestandes besteht und notwendige Maßnahmen an vielen Schulen nicht durchgeführt und die explodierenden Energiekosten nicht aufgefangen werden können.

b) Ausstattung der Schulen mit Technik zur Gewinnung von erneuerbarer Energie

Ein weiteres Mittel zur Senkung der Energiekosten und zum Schutz der Umwelt ist die von uns geforderte Ausstattung der Schulen mitTechnik zur Gewinnung von erneuerbarer Energie .

c) Verbesserung der Ressourcen- und Energiebilanz der Schulen

Es ist dringend notwendig, weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Ressourcen- und Energiebilanz der Schulen umzusetzen. Durch Einsatz von stromsparenderen Leuchtmitteln und Änderung des Verhaltens kann der Strombedarf gesenkt werden. Durch Anpassen des Heizverhaltens kann jede Schule ihre Heizkosten optimieren.

Daher fordern wir, dass der FB Gebäudemanagement seine HausmeisterInnen durch geeignete Fortbildungsmaßnahmen schult.

Anpassung der Pro-Kopf-Pauschale

Die Pro-Kopf-Pauschale für Lehr- und Lernmaterialien ist seit Jahren nicht gestiegen. Unsere Schulen müssen mit dem Stand von gestern ihre Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen von morgen vorbereiten.


Wir fordern zusätzlich zur Anpassung der Pro-Kopf-Pauschale die Einführung eines Sockelbetrages, damit kleinere Schulen nicht benachteiligt werden.

 

Weitere interessante Links:

 

Bündnis Krefeld für Toleranz und Demokratie
Werkhaus Krefeld