Kreisverband Krefeld

 

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© 08.10.2018 Grüne KV Krefeld

Kommunalwahlprogramm 2014 - Sport

Sport ist Lebensqualität für Krefeld. Er leistet einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsförderung, bei der Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen und beim Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Die Nachfrage an Sportangeboten ist im Wandel: Neue Sportarten sind entstanden und immer mehr ältere Menschen stehen einer geringer werdenden Anzahl junger Menschen gegenüber. Der Trend „weg vom Vereinssport und hin zum individualisierten Sport“ zwingt Vereine zur Neugestaltung ihres Sportangebotes. Privatwirtschaftliche Sportstätten sind eine begrüßenswerte Ergänzung zum städtischen Angebot, ersetzen diese aber keinesfalls. Gegen den Bundestrend sind die Krefelderinnen und Krefelder weiter sportlich. Es ist Aufgabe der kommenden Jahre, diesen Trend zu stärken und auch bei knappen Kassen das Sportangebot bedarfsgerecht zu gestalten. Der intensive Dialog mit Vereinen und Bürgerinnen und Bürgern ist Grundvoraussetzung einer nachhaltigen Krefelder Sportpolitik.

 

Sportentwicklung gemeinsam gestalten

Dem Krefelder Sport fehlte lange eine von allen Akteuren des Sports gemeinsam getragene transparente Planungs- und Entscheidungsgrundlage. Mit dem von den Grünen initiierten „Krefelder Sportdialog“ wurde Ende 2013 der Einstieg in eine Sportentwicklungsplanung gemacht. Wichtige Kriterien einer nachhaltigen Sportentwicklung sind für uns quartiersnahe Sportsstätten und städtische Frei- und Verkehrsräume für sportliche Freizeitgestaltung. Im intensiven Dialog mit Aktiven und Vereinen sollen Kriterien für die Sportförderung, die Sanierung von Sportstätten und einen bedarfsgerechten Aus- und Umbau von Sportanlagen entwickelt werden.

Die tatsächliche Belegung vieler Sportstätten, sei es durch Vereine, Schulen oder sonstige Nutzer muss regelmäßig überprüft werden. Nur so können Entwicklungen nachvollzogen und eine Grundlage für künftige Entscheidungen gebildet werden. Sportliche Belange müssen erweitert in die städtebauliche Planung einbezogen werden. Zu schaffende innerstädtische Freiflächen bieten potentiell ein breites Nutzungsspektrum und stehen somit für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen für Freizeit und Sport zur Verfügung.

 

Sport für alle fördern

Bewegung schützt die Gesundheit und beugt Erkrankungen vor. Sport fördert zusätzlich die soziale Aufgeschlossenheit und Integration. Für die gesunde Entwicklung von Kindern sind Bewegung, Spiel und Sport Grundvoraussetzungen. Sport ist damit ein politisches Querschnittsthema und nachhaltig, da er der Prävention vielfältiger gesellschaftlicher Probleme dient. Ziel kommunaler Sportpolitik sollte es daher sein, die Krefelderinnen und Krefelder für den Sport zu begeistern und lebenslang Bewegung zu ermöglichen.

Die bestehenden Angebote von Vereinen und anderen Kooperationspartnern müssen zukunftsfest gemacht werden. Um Krefeld beweglich zu halten, muss sich das Sportangebot dem sich ändernden Bedarf anpassen. Ein großes Potential liegt in der engen Kooperation unserer Schulen und Vereine untereinander. So können Offene Ganztagsschulen attraktiver, Sportstätten besser ausgelastet und Vereinsmitglieder gewonnen werden.

Besonders im Kindesalter ist Bewegung zu fördern, um eine gute Basis für die gesunde Entwicklung zu schaffen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der in Kooperation mit den Sportvereinen zu gestaltende Ausbau der Bewegungsförderung in Kindertageseinrichtungen. Auch die Erweiterung von Zielgruppenangeboten für „bewegungsmüde“ Kinder und Jugendliche wie auch Erwachsene ist sinnvoll. Weiter setzen wir auf die Stärkung der bestehenden Kooperationen zwischen Krankenkassen, Sportvereinen, Kitas und Schulen im Bereich der Gesundheitsförderung. Wir unterstützen die Vereine in der Bestrebung, inklusive Sportangebote zu schaffen. Künftige Investitionen in Sportstätten müssen berücksichtigen, dass die Angebote barrierefrei und damit für alle Krefelderinnen und Krefelder zugänglich sein sollen.

 

Krefelds Potentiale nutzen

Krefeld ist eine Stadt mit einem großen Sportangebot, das auch genutzt wird. Engagierte Aktive, Vereine und Ehrenamtliche bilden das Rückgrat des Krefelder Sports. Gerade in Zeiten einer sehr schwierigen Haushaltslage gilt es, vorhandene Potentiale zu nutzen, von dem Know-How der Akteure zu profitieren sowie Probleme strukturell und innovativ zu lösen.

Einem bedarfsgerechten Ausbau von Turnhallen stehen oft nicht nur finanzielle Gründe im Wege, sondern es sind häufig bereits defekte Sportgeräte, die ganze Sportstätten für Einzelsportarten unbrauchbar machen. Mit kleinen Investitionen ist an mancher Stelle große Wirkung zu erzielen und das quartiersnahe Angebot erweiterbar. Auch hier ist der Dialog zwischen Aktiven, Vereinen und Stadt zu optimieren.

Sport und Bewegung finden nicht nur im Verein statt. Dem individualisierten Sport wird zu wenig Rechnung getragen, sei es bei den städtischen Eishallen und Schwimmbädern, die der Öffentlichkeit nur eingeschränkt zur Verfügung stehen, oder bei der Bereitstellung wohnortnaher Bewegungs- und Spielräume. Öffnungszeiten müssen den Lebenswirklichkeiten der Krefelderinnen und Krefelder angepasst werden. Verschiedene Sportmöglichkeiten innerhalb einer Anlage können baulich so abgetrennt werden, dass verschiedenen Zielgruppen zu unterschiedlichen Zeitpunkten das Angebot nutzen können. Durch modernen Städtebau entstehende Freiflächen, insbesondere in der Krefelder Innenstadt, können als Bewegungs- und Kreativräume erschlossen werden. Hier liegen große Potentiale, die Krefeld als Ganzes lebenswerter, sozialer und attraktiver machen.

Zwar wurden in den letzten Jahren, insbesondere auch durch das Engagement von Vereinen bei der Pflege und Instandhaltung, Sportanlagen in ihrer Funktionsfähigkeit erhalten und ausgebaut, aber eine strukturelle energetische Sanierung fand bisher nicht statt. Dies hat zur Folge, dass manche Vereine die wachsenden Energiekosten fast nicht mehr stemmen können. Die Sportflächenplanung muss nachhaltig und im Einklang mit dem Umweltschutz geschehen.

 

Sportvereine unterstützen

Sportvereine leisten durch ihr ehrenamtliches Engagement einen wesentlichen Beitrag zur Förderung des Sports. Trotz rückläufiger Mitgliederzahlen sind sie in Krefeld immer noch die stärksten Organisationen: Insgesamt sind rund 68.000 Krefelder und Krefelderinnen in ca. 230 Vereinen organisiert. Die Zahl der ehrenamtlich Tätigen liegt bei ca. 2.600 Personen. Dieses ehrenamtliche Potenzial gilt es zu stärken und auszubauen. Hierbei müssen Vereine darin unterstützt werden, sich den sich verändernden Voraussetzungen und Bedürfnissen, z.B. im Bereich der Gesundheitsprävention, der Offenen Ganztagsschule und des individualisierten Sports zu stellen. Wir unterstützen den Erhalt des niederrheinischen Qualifizierungszentrums des Sports als wichtiges Beratungs- und Dienstleistungszentrum.

 

Perspektiven für den Profisport, Pinguine und KFC

Ein vielfältiges Sportangebot in der Stadt Krefeld kann von Breiten- wie Leistungssportlern genutzt werden. Da besonders der Leistungssport für viele eine Vorbildfunktion einnimmt und er letztendlich auch ein Werbeträger für die Stadt ist, sollte gewährleistet bleiben, dass den Sportlern geeignete Sportanlagen zur Verfügung stehen. Sportvereine, Sportverwaltung und der Stadtsportbund sollten kontinuierlich den Bedarf ermitteln. Der von den Grünen initiierte Sportdialog bildet hierfür eine gute Grundlage. Die in Krefeld angesiedelten Leistungszentren für Sportarten wie Eiskunstlauf oder Rudern sind positive Beispiele von guter Vereinsarbeit in Zusammenarbeit mit der Stadt, sie fördern gleichzeitig das Image von Krefeld als Sportstadt.

Auch der Mannschafts-Profisport in Krefeld, allen voran die Krefeld Pinguine und der KFC, ist imagebildend und steigert die Attraktivität der Stadt. Gleichzeitig belasten die großen Stadien - der König-Palast und die Grotenburg - den Krefelder Haushalt massiv und binden so wichtige Mittel, die an anderer Stelle dringend benötigt werden. Diesem Spannungsfeld kann und darf sich Politik nicht entziehen.

Der König-Palast ist entgegen der bereits beim Bau unrealistischen Auslastungsannahmen wie befürchtet ein Subventionsloch. Die Sponsoreneinnahmen der Pinguine speisen sich zu einem relevanten Teil aus städtischen Unternehmen. Künftige Aufgabe muss es sein, die Wettbewerbsfähigkeit der Pinguine bei abzusenkenden städtischen Zuschüssen zu erhalten. Hier sind die Pinguine wie die Politik gefragt, um neue Sponsoren zu werben und diese für ein langfristiges Engagement zu gewinnen. Weiter sind Bemühungen zu intensivieren, den König-Palast auch außerhalb des Eishockeys besser auszulasten. Die anderen Eishallen sind jeden Tag ausgelastet, angefangen mit dem Eislaufen der Kindergartengruppen, über den Schulsport bis hin zur guten Jugendarbeit  in den Eiskunstlauf- und Eishockeyvereinen. Zusätzlich findet öffentlicher Eislauf statt, der in Zukunft attraktiver gestaltet werden sollte. Wenn sich künftig in den Hallenplänen Optimierungsmöglichkeiten ergeben, muss dieser genutzt werden.

Für die aus Sicherheitsgründen teilgesperrte Grotenburg gilt es in engem Dialog mit dem Verein ein Konzept zu entwickeln, das die Interessen des KFC und die Haushaltslage der Stadt dauerhaft in Einklang bringt. Ein durch Gewerbeansiedlung finanzierter, auf der grünen Wiese geplanter Neubau nach dem „Modell Kerkrade“ ist aus städtebaulichen Gründen und finanziellen Unwägbarkeiten abzulehnen. Das überfraktionell beschlossene Zentrenkonzept schreibt vor, die Kaufkraft auf die Innenstadt und die Stadtteilzentren zu konzentrieren. Auf Basis einer realistischen Sanierungskostenanalyse werden wir stattdessen ein Konzept entwickeln, das den qualitativen und quantitativen Anforderungen der Zuschauerinnen und Zuschauer entspricht. Dem Verein soll im Rahmen einer bedarfsgerechten Lösung Planungssicherheit gegeben werden. Dazu gehört auch eine verbesserte ÖPNV Anbindung an Spieltagen. Außerdem muss geprüft werden, inwiefern die Grotenburg und der Parkplatz für Sekundärnutzungen geeignet sind.

 

Erholungspark Elfrather See

Der Erholungspark Elfrather See ist mit seinen 138 ha Fläche die größte Sportanlage Krefelds, die gleichzeitig vielen Bürgern zur Naherholung dient. Während der eigentliche Elfrather See über das Jahr hinweg intensiv von Sportlern wie Seglern, Ruderern oder Tauchern genutzt wird, hat der angrenzende Badesee mit seinen Liegewiesen wie Flächen für Beachvolleyball bzw. -handball deutlich an Bedeutung verloren. Um den See auf Dauer nicht vollständig an Gänse oder einige wenige Angler zu verlieren, muss aufbauend auf dem letztendlich gescheiterten Freizeitpark-Plan ein Nutzungskonzept entwickelt werden. Ziel dieses Konzeptes sollte ein möglichst kostenfreies Sport- und Freizeitangebot sein. Dafür ist es notwendig mit Partnern aus dem Sport, der Wirtschaft und dem Gesundheitsbereich zusammenzuarbeiten.

 

Das Fahrrad als Alltagssportgerät

Das Fahrrad dient sowohl dem Sport als auch allgemeinen Mobilitätsbedürfnissen. Ein fahrradfreundliches Krefeld ist notwendig, um die vielfältigen positiven Effekte des Rades auf Gesundheit, Umwelt, Verkehr und Stadtplanung zu nutzen und Entscheidungen zugunsten der umweltfreundlichen Mobilität zu unterstützen. Angebote in Krefeld und am Niederrhein mit Grünwegverbindungen, Netzschlüssen zu den Nachbarstädten, weiteren Wegweisungen und der Schaffung weiterer selbstständiger Radwege unterstützen daher das Radfahren als Freizeit- und Sportaktivität.

Der Dialog mit den Krefelder Radsportvereinen sollte gestärkt werden, um Anregungen für sportliches Radeln bei weiteren Planungen zu berücksichtigen. Das bietet auch die Chance, die hervorragenden touristischen Potentiale von Stadt und Region wie die Tour Rund um Krefeld weiter zu entwickeln.

 

Weitere interessante Links:

 

Bündnis Krefeld für Toleranz und Demokratie
Werkhaus Krefeld