Kreisverband Krefeld

 

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© 02.07.2018 Grüne KV Krefeld

Kommunalwahlprogramm 2014 - Kinder und Jugend

Kinder und Jugendliche stärken – Zukunftschancen verbessern

Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft. Um für die Zukunft stark zu werden, brauchen sie jetzt soziale Geborgenheit und Sicherheit, Förderung und Bildung sowie ein Lebensumfeld, das ihnen Raum und Gelegenheit gibt, ihre Interessen und Bedürfnisse zu leben.

Sie und ihre Familien haben je nach Lebenssituation einen unterschiedlichen Bedarf an unterstützenden und begleitenden Angeboten. Wir wollen diese Angebote bedarfsgerecht ausbauen. Hierbei wollen wir Eltern, Kinder und Jugendliche durch Stärkung ihrer Mitgestaltungs- und Mitsprachemöglichkeiten beteiligen.

 

Kinderarmut bekämpfen

Kinder und Jugendliche haben das höchste Armutsrisiko in Krefeld - rund ein Viertel von ihnen ist von Armut bedroht. Das ist überdurchschnittlich hoch. Armut bedeutet nicht nur einen Mangel an finanziellen Mitteln, sie bedeutet auch einen Mangel an Verwirklichungs- und Teilhabechancen und damit soziale Ausgrenzung.

Steigende Lebensmittel- und Energiepreise sorgen in zunehmendem Maße außerdem dafür, dass immer mehr berufstätige Eltern nicht einmal mehr die Grundversorgung ihrer Kinder leisten können: Ihre Einkommen sind so gering, dass sie zusätzlich auf Hartz IV angewiesen sind. Mit den schwindenden finanziellen Möglichkeiten sinken oft auch die Bildungschancen der Kinder. Diesen Teufelskreis wollen wir durchbrechen.

Die Einführung einer Grundsicherung, die es Familien ermöglicht, ihre Kinder zu versorgen und ihnen gesellschaftliche Teilhabe und Verwirklichungsmöglichkeiten zu eröffnen, ist Ziel der Grünen auf Bundesebene. Doch auch auf kommunaler Ebene wollen wir konkrete Hilfen zur finanziellen Entlastung der Familien einführen, z.B. sozial verträgliche Preise für warme Mahlzeiten in Kindergärten und Schulen. Wir setzen uns für ein Ende der Stromsperrungen bei Familien und für die Ausweitung des Sozialtickets für den ÖPNV ein, und wollen weiterhin kostengünstige Eintritte für Kinder und Jugendliche in städtischen Einrichtungen. Darüber hinaus stehen wir für eine unbürokratischere Verfügbarkeit der Gelder des Bildungs- und Teilhabegesetzes für weitere Nutzungen und die Vereinheitlichung der Förderungsangebote für Kinder.

 

Kindeswohl sichern

Selbst wenn sie keinerlei finanzielle Probleme haben, sind immer mehr Familien bei der Sorge um ihre Kinder überfordert. Kindesvernachlässigung und -misshandlung sind die bedauernswerten Folgen dieser Entwicklung. In den letzten Jahren ist die Zahl der Fälle von Inobhutnahmen von Kindern stark angestiegen, was zu einer Kostenexplosion im Jugendbereich geführt hat. Jede Form von Prävention ist einer späteren, teuren Intervention vorzuziehen, aber vor allem steckt hinter jedem „Fall“ ein trauriges Kinder- und Familienschicksal, dem es vorzubeugen gilt.

Um das Kindeswohls zu sichern, sollten Eltern - bei Bedarf - schon von der Schwangerschaft an beraten, in der Erziehung ihrer Kinder unterstützt und begleitet werden können. Dafür ist ein Netzwerk früher Hilfen im Aufbau, welches bei niedrigschwelligen Angeboten wie Familienhebammen beginnt, und damit Berührungsängste abbaut. Dieses Netzwerk muss unter Einbeziehung der freien Träger in Krefeld dringend weiter ausgebaut, gestärkt und beworben werden, um effizient und frühzeitig traurige Fälle zu verhindern. Dabei ist es wichtig, dass der Ausbau bedarfsgerecht in den Stadtteilen stattfindet, und die Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schulen enger verzahnt wird.

 

Tagesbetreuung ausbauen

Das Tagesbetreuungsangebot insbesondere für Schul- und Kleinstkinder ist in den letzten Jahren massiv ausgebaut worden, auch wenn es dem wachsenden Bedarf noch hinterher hinkt. Doch droht die Qualität der Angebote auf der Strecke zu bleiben, weil die Umsetzung des U3-Ausbaus teils zu Lasten der Betreuungsqualität in überbelegten Kindergarten-Gruppen geht. Bedarfsgerecht sind auch nicht die bestehenden Angebote für die integrative Betreuung behinderter Kinder, da nicht einmal die Hälfte der benötigten Plätze zur Verfügung gestellt werden kann. Hier darf der Ausbau nicht ruhen. Außerdem setzen wir uns für flexible Öffnungszeiten der Tageseinrichtungen ein, da sich hier der Bedarf vieler berufstätiger Eltern verändert. Eine 24h-Kita, wie es sie in anderen Städten schon gibt, käme insbesondere in Zusammenarbeit mit großen Unternehmen in Krefeld den Eltern zu Gute, die im Schichtdienst arbeiten. Die Arbeitsbedingungen für Kindertagespflegepersonen, die eine wichtige Alternative zu regulären Kitas darstellen, müssen in Krefeld deutlich verbessert werden. Für ein den Unterricht ergänzendes Bildungsangebot stehen im Offenen Ganztag nur sehr eingeschränkt Mittel zur Verfügung und Elternrechte werden kleingeschrieben. Die Einführung eines Jugendamtselternbeirats, den wir auch in Zukunft unterstützen wollen, kann nur ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen sein.

 

Jugendeinrichtungen erhalten

Die Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sind Orte sozialen Miteinanders und informellen Lernens. Sie halten in den einzelnen Stadtteilen nicht nur Sport- und Freizeitangebote vor, sondern leisten durch ihre Angebote im Bereich der Jugendbildung, der interkulturellen Arbeit und der Partizipation einen unverzichtbaren Beitrag zur Förderung der Kinder und Jugendlichen und zur Stärkung ihrer Familien. Leider sind viele Krefelder Jugendeinrichtungen nur unzureichend mit Fachpersonal ausgestattet. In einigen Stadtteilen fehlen Jugendeinrichtungen völlig - trotz anerkanntem Bedarf. Der notwendigen Sparpolitik in den nächsten Jahren dürfen die Jugendeinrichtungen nicht zum Opfer fallen!

 

Spielen in der Stadt fördern

Für die 170 Krefelder Kinderspielplätze wurden jahrzehntelang kaum finanzielle Mittel bereitgestellt. Im Rahmen des Spielplatzkonzepts hat sich das geändert. Dutzende Spielplätze wurden bereits saniert und die teils gravierenden Belastungen und Mängel beseitigt. Doch die Finanzierung des Spielplatzkonzepts in den nächsten Jahren ist nicht gesichert. Hier müssen wir vorbeugen, damit die Kinder nicht die Leidtragenden Krefelder Sparpolitik sind. Um Kindern und Jugendlichen Raum in unserer Stadt zu geben, ist es mit der Sanierung von Spielplätzen allein nicht getan. Kinderspiel findet nur zu einem kleinen Teil auf Spielplätzen statt. Den größeren Teil ihrer „Draußenspielzeit“ verbringen Kinder teilweise unter abenteuerlichen Bedingungen an anderen Orten, auf der Straße zwischen parkenden Autos oder auf wilden Grundstücken. Ihre Interessen und Bedürfnisse wurden bisher bei der Gestaltung des öffentlichen Raums, z.B. bei der Gestaltung von Wohnquartieren oder bei der Verkehrsplanung, nicht oder zu wenig berücksichtigt. Auch die Interessen und Bedürfnisse von Jugendlichen bei der Gestaltung von Grünanlagen und Stadtplätzen haben bei den Stadtplanern wenig Gewicht. Ein Umdenken ist erforderlich: Wir müssen Kindern und Jugendlichen Platz machen und Freiräume zurückgeben – auch und vor allem in der Innenstadt.

 

Teilhabe stärken

Kinder und Jugendliche sollten in unserer Stadt Bürger 1. Klasse werden. Hierfür müssen wir mehr und früher Demokratie wagen. Mit der Einrichtung des Krefelder Jugendbeirates wurde ein wichtiger Schritt zu mehr Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen getan. Die Rahmenbedingungen sind aber weiter verbesserungswürdig und sein Bekanntheitsgrad und damit seine Akzeptanz ist bei Kindern und Jugendlichen immer noch zu niedrig. Letztere ist jedoch erforderlich, sollen Kinder und Jugendliche Demokratie und ihre Regeln lernen; daher hat der Jugendbeirat auch in Zukunft unsere volle Unterstützung. Kinder und Jugendliche sollten jedoch nicht nur über den Jugendbeirat, sondern auch durch andere Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten an allen Fragen, die ihre Belange betreffen, in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe gestärkt werden. Wir stehen für ein Mitspracherecht der Kinder und Jugendlichen bei allen Themen, die sie in den Ausschüssen und Bezirksvertretungen betreffen.

 

Kinder- und Jugendschutz effektiver machen

Die Ahndung von Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz ist eine Seite des Kinder- und Jugendschutzes. Die andere Seite ist die Information und Beratung von Kindern, Jugendlichen und auch ihren Eltern vor möglichen Gefährdungen. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche kompetent und stark zu machen und sie dadurch vor Gefahren zu schützen. Die bestehenden Projekte und Konzepte, z.B. in den Bereichen der Gewalt- und Suchtprävention oder der Sexual- und Gesundheitsaufklärung, reichen für eine umfassende Information und Aufklärung von Eltern, Kindern und Jugendlichen nicht aus und müssen in Zusammenarbeit mit den Schulen und der Verbraucherberatung ausgebaut werden. Kinder und Jugendliche sind als Mediennutzer und Verbraucher zu wenig geschützt. Insbesondere als Internetnutzer sind sie zunehmend realen Gefährdungen ausgesetzt.

 

Forderungen der Grünen Jugend: Krefeld für Jugendliche attraktiv machen

Jugendliche verbringen ihre Zeit nicht nur in der Schule. Kinder und Jugendliche brauchen Freiräume im doppelten Sinn: Sportplätze und Treffpunkte sowohl im öffentlichen Raum als auch als Einrichtungen, mit der Möglichkeit, diese Räume selbst zu gestalten. Jugendliche sollen da mitreden und mitentscheiden können, wo ihre Lebensbereiche unmittelbar betroffen sind. Schließlich brauchen Jugendliche in Notsituationen umfassende und verlässliche Hilfe und Unterstützung von Seiten der Stadt.

Gerade nach dem stressigen Alltag mit Turbo-Abitur oder in der Ausbildung ist für sie Sport und Bewegung besonders wichtig. Doch gerade bei den knappen finanziellen Möglichkeiten von Jugendlichen ist es nicht akzeptabel, dass Kinder und Jugendliche den gleichen hohen Eintrittspreis für die städtischen Schwimmbäder bezahlen wie Erwachsene. Wir fordern daher einen ermäßigten Eintrittspreis für Kinder und Jugendliche in die städtischen Schwimmbäder. Des weiteren fordern wir den Aus- und Neubau der vorhanden Spiel- und Bolzplätze, um Kindern und Jugendlichen auch ein kostenfreies Sportangebot bieten zu können.

Um Jugendliche langfristig in Krefeld binden zu können und Jugendliche aus den umliegenden Regionen anzuziehen, benötigt die Stadt Krefeld eine attraktive Innenstadt. Neben einem vielfältigen und hochwertigen Angebot von Einkaufsmöglichkeiten müssen Cafés, Bars und Clubs erhalten bleiben, sowie neue angesiedelt werden. Dabei wollen wir vor allem nachhaltige Projekte fördern. Des weiteren fordern wir die Prüfung eines flächendeckendes WLAN Netzes in der gesamten Innenstadt. Dabei muss darauf geachtet werden, eine möglichst niedrige Strahlenbelastung zu erzeugen.

Um die Innenstadt attraktiv zu erhalten, wollen wir einen Ausbau des ÖPNVs vor allem in den späten Abendstunden. Der Bus oder die Bahn muss für Jugendliche nach dem Ausgehen wieder attraktiv werden und einen schnellen und sicheren Heimweg gewährleisten. Des weiteren fordern wir den Ausbau des Fernverkehrsangebots in Krefeld, sowie einen Ausbau, vor allem an Randzeiten, des Nahverkehrs der Deutschen Bahn.

Auch wenn es um Mitbestimmung von Jugendlichen geht, gibt es in Krefeld noch viel Nachholbedarf. Wenn es um Themen geht, die einen Einfluss auf Jugendliche in Krefeld haben, wird meist nur über sie und nicht mit ihnen diskutiert. Wir fordern daher, dass der Jugendbeirat mehr Mitbestimmungsrechte erhält und fordern außerdem die Berufung von Vertreterinnen und Vertretern des Jugendbeirats in die betreffenden Ausschüsse der Stadt.

 

 

 

Weitere interessante Links:

 

Bündnis Krefeld für Toleranz und Demokratie
Werkhaus Krefeld