Die Grüne Ratsfraktion im Rat der Stadt Krefeld hat eine Anfrage zur Einführung einer Quote für den öffentlich geförderten Wohnungsbau eingebracht. Hintergrund sind die sich zuspitzende Wohnungsknappheit und steigende Mieten, die insbesondere Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen zunehmend belasten. Ziel der Anfrage ist es, den aktuellen Arbeitsstand der Verwaltung transparent zu machen und einen klaren Zeitplan für eine entsprechende Vorlage einzufordern.
Die Fraktion möchte unter anderem wissen, welche Quotenmodelle die Stadtverwaltung prüft, an welchen Beispielen aus anderen Städten sie sich orientiert und auf welche Vorhaben – etwa Bebauungspläne, städtebauliche Verträge oder die Veräußerung städtischer Grundstücke – eine mögliche Quote angewendet werden soll. Zudem soll die Verwaltung darlegen, wie die kommunale Wohnungsbaugesellschaften und weitere Akteure des Krefelder Wohnungsmarktes in die Erarbeitung einbezogen werden.
„Krefeld darf beim sozialen Wohnungsbau nicht länger hinterherlaufen“, betont Julia Müller, planungspolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion. „In Nordrhein-Westfalen arbeiten bereits zahlreiche Großstädte erfolgreich mit Quoten für öffentlich geförderten Wohnraum – darunter Köln, Bonn, Münster, Düsseldorf und Dortmund. Diese Kommunen zeigen, dass eine verbindliche Quote ein wirksames Instrument ist, um bezahlbare Wohnungen zu sichern.“
Nach Ansicht der Grünen ist eine Quote besonders für Kommunen mit angespanntem Wohnungsmarkt sinnvoll, da sie die Schaffung von geförderten Wohnungen systematisch an Neubau und Flächenentwicklung koppelt. Damit könne verhindert werden, dass geförderter Wohnraum weiter zurückgeht, während gleichzeitig neue, überwiegend hochpreisige Projekte entstehen.
„Mit einer klaren Quote schaffen wir Verlässlichkeit für Investorinnen und Investoren und senden ein deutliches Signal an die Menschen in dieser Stadt“, so Julia Müller weiter. „Wohnen ist eine soziale Grundfrage: Wer sich Krefeld nicht mehr leisten kann, wird verdrängt – das widerspricht unserem Verständnis von sozialer Stadtentwicklung.“
Die Grüne Ratsfraktion erwartet, dass die Stadtverwaltung zeitnah über den Bearbeitungsstand und den weiteren Fahrplan zur Vorlage einer Quotierungsregelung im zuständigen Fachausschuss berichtet.
