Eine im Mai 2025 fertiggestellte Unfallstudie liefert aus Sicht der GRÜNEN eine deutliche Grundlage für mehr Tempo 30 im Stadtgebiet – insbesondere auf Schulwegen und im direkten Umfeld von Schulen und Freizeiteinrichtungen. Die Ergebnisse zeigen klar, wo Kinder besonders gefährdet sind und welche Maßnahmen wirksam wären. Umso unverständlicher ist der zögerliche Umgang der Verwaltung mit den Erkenntnissen.
Besonders deutlich fällt ein Ergebnis aus: Kinderunfälle sind bei Tempo 50 um den Faktor 1,7 wahrscheinlicher als bei Tempo 30. Für die GRÜNEN ist dies ein starkes Argument für konsequente Tempo-30-Lückenschlüsse auf Schulwegen sowie dem Umfeld von Spiel- und Freizeiteinrichtungen.
Kritisch bewerten die GRÜNEN die Schlussfolgerungen der Studie, die an zentraler Stelle zu vage bleiben. Zwar wird festgestellt, dass in 72 Prozent der Fälle ein Pkw der Unfallgegner war, daraus werden jedoch keine klaren verkehrspolitischen Konsequenzen abgeleitet. „Wenn Autos in der überwiegenden Mehrheit der Fälle beteiligt sind, dann muss genau dort angesetzt werden – mit geringeren Geschwindigkeiten, klaren Vorrangregelungen und einer sicheren Gestaltung des Straßenraums“, betont Julia Müller, die verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion. “Wir hoffen dass im nächsten Planungsausschuss, bei dem diverse Anfragen und Anträge auf dieses Thema abzielen, alle an einem Strang ziehen, was die Priorisierung dieses Themas angeht.”
Unverständnis äußert die Fraktion auch über den Umgang der Verwaltung mit der Studie. Obwohl der Bericht bereits im Mai 2025 vorlag, wurde in der ersten Bezirksvertretung, die sich damit befasst hat (BZV Süd) auf eine Präsentation verzichtet. Stattdessen erklärte die Verwaltung, man wolle sich zunächst weiter intern mit den Ergebnissen beschäftigen. „Das ist ein falsches Signal. Bei der Sicherheit von Kindern braucht es Transparenz, Diskussion und zügiges politisches Handeln – keine monatelangen internen Schleifen“, so die GRÜNEN.
