Der Ausschuss für Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit und Landwirtschaft empfiehlt dem Rat, zu beschließen:
Der Rat der Stadt Krefeld beschließt:
dass die Maßnahme EE-01 „Machbarkeitsuntersuchungen für Gebäudenetze und Quartierslösungen“ wie folgt konkretisiert und ergänzt wird:
1. Die Stadt Krefeld verfolgt weiterhin aktiv die Identifikation und Nutzung geeigneter Wärmequellen – insbesondere auch die im Zooquartier identifizierte Abwärme aus Trafostationen – als mögliche Bausteine für Quartierslösungen.
2. Gleichzeitig wird die Maßnahme dahingehend erweitert, dass zwei Umsetzungswege parallel erprobt werden:
(a) In einigen exemplarischen Quartieren führt die Stadt eigenständig Machbarkeitsuntersuchungen durch bzw. beauftragt diese.
(b) In anderen Quartieren unterstützt und begleitet die Stadt interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie private Projektträger durch Beratung, Fördermittelakquise und organisatorische Begleitung.
3. Ziel ist es sicherzustellen, dass Machbarkeitsstudien vorrangig dort erfolgen, wo ein konkretes Umsetzungsinteresse besteht oder entstehen kann.
Begründung:
Die bisherigen Untersuchungen, insbesondere im Zooquartier, zeigen das grundsätzliche Potenzial zur Nutzung von Abwärme aus Trafostationen für Quartierslösungen.
Wir gehen davon aus, dass bei einer Stadt von der Größe Krefelds die Anzahl der Trafostationen im mittleren dreistelligen Bereich liegt und die entstehende Abwärme, durch die zusätzliche Installation von Wärmepumpen und den zusätzlichen Strombezug, künftig noch zunehmen wird.
Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass für den Betrieb von Quartiersnetzen ein geeigneter Betreiber erforderlich ist. Die SWK sieht sich bisher nicht als “Service-Dienstleisterin” für die Errichtung von Quartierslösungen (anders als z.B. über Contracting-Modellen, wo die SWK ebenfalls in “netzfremde” Infrastruktur investiert um nachhaltige Lösungen in Krefeld mit ihrer Expertise zu unterstützen). Daher sind Quartierslösungen insbesondere auch dort realistisch, wo engagierte Bürgerinnen und Bürger oder private Akteure bereit sind, Projekte zu initiieren und umzusetzen.
Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, die Maßnahme EE-01 breiter aufzustellen:
– Einerseits sollen weiterhin gezielt Potenziale identifiziert und durch die Stadt untersucht werden.
– Andererseits sollen bürgerschaftliche und private Initiativen aktiv unterstützt werden, insbesondere durch Beratung, Fördermittel und organisatorische Begleitung.
So kann sichergestellt werden, dass Machbarkeitsstudien nicht ins Leere laufen, sondern mit realistischen Umsetzungsperspektiven verbunden sind. Gleichzeitig ermöglicht dieser Ansatz, unterschiedliche Wege zu erproben und daraus Erkenntnisse für die weitere kommunale Wärmeplanung zu gewinnen.
Das Zooquartier kann dabei als ein Pilotbereich dienen, in dem die Stadt selbst eine Machbarkeitsuntersuchung beauftragt und durchführt.
