Im Jahr 2025 wurden in Krefeld 87 politisch rechts motivierte Straftaten erfasst. Das ist ein Anstieg um 30 Prozent. 2024 hatte die Polizei 67 politisch rechts motivierte Straftaten erfasst. Die Daten hat die Grüne Landtagsfraktion beim NRW-Innenministerium eingeholt. Auch in ganz NRW sind die politisch rechts motivierten Straftaten erneut angestiegen – von 5641Taten in 2024 auf 6268 im Jahr 2025, das ist ein Plus von rund 11 Prozent. Damit wurden in NRW so viele rechtsextreme Straftaten angezeigt wie noch nie seit Einführung des Erfassungssystems im Jahr 2001.
„Jeden Tag werden in NRW im Schnitt 17 rechtsextreme Straftaten verübt. Es ist unerträglich, dass die Anzahl der rechtsextremen Straftaten landesweit und auch bei uns vor Ort zunimmt”, sagt Meral Thoms, Landtagsabgeordnete aus Krefeld. „Wir müssen uns als Gesellschaft dagegenstellen, dass viele Menschen alltäglich mit diskriminierenden und menschenverachtenden Äußerungen und Angriffen konfrontiert sind. Jede und jeder ist aufgefordert, menschenverachtendem Gedankengut entschieden zu widersprechen. Nur so können wir dazu beitragen, dass sich alle Menschen auch in Krefeld sicher fühlen können.”
„Die Zahlen für Krefeld sind alarmierend: Innerhalb nur eines Jahres ist die Zahl der politisch rechts motivierten Straftaten von 67 auf 87 gestiegen – das ist ein Plus von 30 Prozent. Besonders erschreckend ist, dass wir damit den höchsten Stand seit Jahren erreichen. Hinter jeder dieser Taten stehen Menschen, die beleidigt, bedroht oder angegriffen werden. Rechtsextreme Hetze und Menschenfeindlichkeit dürfen in Krefeld keinen Platz haben“, erklären Roxy Motte und Benjamin Zander, die Kreisvorsitzenden der Grünen in Krefeld.
„Dass die Zahl der rechten Straftaten in Krefeld seit 2012 von 28 auf inzwischen 87 Fälle angestiegen ist, zeigt, dass sich das, „was sagbar ist“ sich immer weiter verschiebt. Umso wichtiger ist es, demokratische Initiativen, Beratungsstellen und zivilgesellschaftliches Engagement vor Ort zu stärken. Krefeld muss eine Stadt bleiben, in der Vielfalt, Solidarität und Menschenwürde konsequent verteidigt werden.“
Landesweit wurden 13 Prozent mehr antisemitische Straftaten verübt (695 in 2024, 786 in 2025). Bei den islamfeindlichen Straftaten gab es einen leichten Rückgang um 2 Prozent (338 in 2024, 330 in 2025). Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Orientierung ist um 27 Prozent angestiegen (203 in 2024, 257 in 2025) und es wurden 47 Prozent mehr antiziganistische Straftaten erfasst (30 in 2024, 44 in 2025). Alarmierend ist zudem, dass die Anzahl der Gewalttaten um 24 Prozent gestiegen ist (154 in 2024,191 in 2025).
„Der Rechtsextremismus ist auch in NRW weiterhin die größte Gefahr für unsere Demokratie. Nicht zuletzt die anhaltend hohen Umfragewerte der AfD machen deutlich, wie sehr rassistische, antisemitische und rechtsextreme Positionen in der Gesellschaft normalisiert worden sind. Der starke Anstieg von Gewalttaten lässt erkennen, dass aus Worten Taten werden”, sagt die Landtagsabgeordnete Meral Thoms weiter. „Als schwarz-grüne Koalition stellen wir uns entschieden dem Rechtsextremismus entgegen. So haben wir beispielsweise die Finanzierung der Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus erhöht, die Landeszentrale für politische Bildung gestärkt und weitere Meldestellen für rassistische Vorfälle und Queerfeindlichkeit eingerichtet. Mit der Reform des Verfassungsschutzgesetzes haben wir auf eine geänderte Sicherheitslage reagiert und den Sicherheitsbehörden die nötigen Befugnisse zur gezielten Aufklärung auch des Rechtsextremismus eingeräumt.”
Die Grüne Landtagsfraktion erfragt seit 2011 jährliche Details zur politisch motivierten Kriminalität rechts sowie zu einzelnen Phänomenen der Hasskriminalität ab.
