Antrag

Einrichtung von Soccer-Courts bzw. Multifunktionssportflächen für Jugendliche im Stadtgebiet

Der Sportausschuss beschließt:

Die Verwaltung wird beauftragt, zu prüfen:

  1. An welchen Standorten im Krefelder Stadtgebiet – insbesondere im Bereich der Innenstadt sowie in Stadtteilen mit einem geringen Angebot an frei zugänglichen Bewegungsflächen – bestehen Möglichkeiten, multifunktionale Sportflächen (z. B. Soccer-Court mit Basketballkörben) für Jugendliche einzurichten?

  1. Kann – und falls ja, in welcher Form – zunächst ein mobiler Soccer-Court angeschafft oder angemietet werden, der testweise an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet aufgestellt wird?

  1. Wie können Jugendliche, Jugendverbände, Schulen, der Stadtsportbund und weitere relevante Akteure bei der Standortwahl und Ausgestaltung der Angebote beteiligt werden?

  1. Wie können Nutzung, Akzeptanz und Bedarfe solcher Angebote bei Jugendlichen durch einen mobilen Testbetrieb ermittelt werden?

  1. Welche Kosten würden für mobile sowie dauerhaft installierte Anlagen entstehen und welche Förderprogramme oder Kooperationsmöglichkeiten können hierfür genutzt werden?

  1. Die Verwaltung wird gebeten, auch dem Jugendhilfeausschuss über die Ergebnisse der Prüfung zu berichten und gegebenenfalls Vorschläge für geeignete Standorte sowie ein mögliches Umsetzungskonzept vorzulegen.

Begründung:

Der Antrag greift eine Anregung des Stadtsportbundes Krefeld auf, der auf den Bedarf an zusätzlichen niedrigschwelligen und frei zugänglichen Bewegungsangeboten für Kinder und Jugendliche im öffentlichen Raum hingewiesen hat. Ziel ist es, insbesondere Jugendliche zu erreichen, die nicht oder nur eingeschränkt an vereinsgebundenen Sportangeboten teilnehmen.

Niedrigschwellige Bewegungsangebote im öffentlichen Raum sind ein wichtiger Bestandteil moderner Kinder- und Jugendpolitik. Gerade Jugendliche benötigen Orte, an denen sie sich frei, ohne Vereinsbindung und wohnortnah bewegen und treffen können. Solche Angebote fördern Bewegung, soziale Kontakte, Integration sowie die eigenständige Freizeitgestaltung junger Menschen.

Insbesondere in dichter bebauten Stadtteilen – wie Teilen der Krefelder Innenstadt – fehlen jedoch häufig frei zugängliche Sportmöglichkeiten für Jugendliche. Klassische Spielplätze richten sich überwiegend an jüngere Kinder, während Jugendliche häufig keine geeigneten Aufenthalts- und Bewegungsflächen im öffentlichen Raum vorfinden.

Soccer-Courts beziehungsweise kleine multifunktionale Sportflächen mit Fußball- und Basketballmöglichkeiten haben sich in vielen Städten als besonders wirkungsvolle und gleichzeitig vergleichsweise kostengünstige Infrastruktur für Jugendliche etabliert. Sie ermöglichen spontane sportliche Aktivitäten, fördern Begegnung und können auch präventiv wirken, indem sie attraktive Freizeitmöglichkeiten im direkten Lebensumfeld schaffen.

Ein sehr positives Beispiel innerhalb der Stadt Krefeld ist der Court am Voltaplatz, der von Kindern und Jugendlichen hervorragend angenommen wird und regelmäßig stark frequentiert ist. Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie groß der Bedarf an frei zugänglichen Sportmöglichkeiten im öffentlichen Raum ist.

Auch am Albrechtplatz wurde testweise ein mobiler Court aufgestellt, der sehr intensiv genutzt wurde. Aufgrund der starken Nutzung kam es zu Schäden am Untergrund, weshalb der Court auf Anweisung der Stadt wieder entfernt werden musste. Die hohe Nutzung verdeutlicht jedoch ebenfalls, dass ein erhebliches Interesse und ein entsprechender Bedarf an solchen Bewegungsangeboten besteht.

Um geeignete Standorte im Stadtgebiet zu identifizieren und Fehlplanungen zu vermeiden, bietet sich zunächst ein mobiler Testbetrieb an. Ein mobiler Court könnte an verschiedenen Orten – insbesondere im Bereich der Stadtmitte – eingesetzt werden, um die tatsächliche Nutzung und Akzeptanz zu ermitteln. Bei guter Auslastung könnten anschließend dauerhafte Anlagen an geeigneten Standorten errichtet werden.

Ein solches gestuftes Vorgehen ermöglicht es der Stadt Krefeld, bedarfsgerecht, zielgruppenorientiert und wirtschaftlich zusätzliche Bewegungsangebote für Jugendliche zu schaffen und damit einen Beitrag zu mehr Aufenthaltsqualität, Teilhabe und Prävention im öffentlichen Raum zu leisten.