Antrag

Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb „Abpflastern“

Der Ausschuss für Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit und Landwirtschaft beschließt:

Die Stadt Krefeld beteiligt sich künftig am bundesweiten Wettbewerb „Abpflastern“.

Zur Unterstützung der Zielsetzung des Wettbewerbs werden folgende Maßnahmen geprüft und zeitnah umgesetzt:

Die Stadt informiert über ihre bestehenden Kommunikationskanäle über die Initiative „Abpflastern“, die Bedeutung von Entsiegelungsmaßnahmen, vorhandene Fördermöglichkeiten auf kommunaler, Landes- und Bundesebene sowie über Beteiligungsmöglichkeiten für Krefelder Bürgerinnen und Bürger und Einsparungsmöglichkeiten bei kommunalen Gebühren.

Die Verwaltung erstellt eine leicht verständliche Handreichung, die die einzelnen Schritte einer Entsiegelung und anschließenden Begrünung mit heimischen Pflanzen erläutert.

Die Verwaltung untersucht gemeinsam mit städtischen Gesellschaften und weiteren relevanten Akteuren, wie Entsiegelungsmaßnahmen organisatorisch vereinfacht und besser koordiniert werden können. Dabei soll insbesondere geprüft werden, ob Materialien, die bei privaten Entsiegelungsmaßnahmen anfallen (z. B. Pflastersteine, Schotter oder Asphalt), unkompliziert durch die zuständigen Entsorgungsbetriebe abgeholt werden können.

Die Verwaltung prüft die Einführung ergänzender Auszeichnungen oder Wettbewerbsformate nach dem Vorbild anderer Städte, beispielsweise Hamburg, um besonderes Engagement zusätzlich sichtbar zu machen und zu würdigen.

Die Verwaltung untersucht, unter welchen Voraussetzungen Entsiegelungsmaßnahmen im öffentlichen Raum – beispielsweise Fassaden- oder Traufgärten – durch private Initiativen angeregt oder umgesetzt werden können.

Begründung:

Die fortschreitende Versiegelung von Flächen verschärft die Folgen des Klimawandels in Städten. Sie trägt zur Aufheizung des Stadtklimas bei, beeinträchtigt die biologische Vielfalt und erhöht die Risiken durch Starkregenereignisse. Auch für Krefeld ist es daher wichtig, versiegelte Flächen dort zurückzubauen, wo dies sinnvoll und möglich ist.

Die von der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung in Koblenz initiierte Plattform abpflastern – der Entsiegelungs-Wettbewerb verfolgt genau dieses Ziel. Der bundesweite Wettbewerb motiviert Städte und Gemeinden dazu, entsiegelte Flächen sichtbar zu machen und in begrünte Bereiche umzuwandeln. Teilnehmen können Privatpersonen, Initiativen, Vereine, Schulen, Unternehmen sowie Kommunen.

Eine Beteiligung der Stadt Krefeld würde bestehende Aktivitäten im Klima- und Umweltschutz sinnvoll ergänzen und gleichzeitig das Engagement für Biodiversität, Klimaanpassung und nachhaltige Stadtentwicklung unterstreichen. Darüber hinaus bietet der Wettbewerb die Möglichkeit, Bürgerinnen und Bürger aktiv einzubinden und für die Bedeutung entsiegelter Flächen zu sensibilisieren. Zusätzliche Auszeichnungen auf Stadtteil- oder Einzelpersonenebene können dabei einen weiteren Anreiz schaffen und besonderes Engagement würdigen.

Als Vorbild dient das niederländische Projekt “Tegelwippen”, bei dem seit dem Jahr 2020 bereits mehrere Millionen Pflastersteine entfernt und durch Grünflächen, Pflanzen und Bäume ersetzt wurden. In den Niederlanden bestehen teilweise weitergehende Möglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger, selbstständig Flächen im öffentlichen Raum zu entsiegeln. Ob und in welcher Form vergleichbare Ansätze auch in Krefeld denkbar sind, soll im Rahmen der Prüfung betrachtet werden.