Pressemitteilung

Stellenabbau gefährdet die Handlungsfähigkeit der Stadt

Der Vorstoß der FDP, bereits ab dem Stellenplan 2027 jährlich 50 Stellen bei der Stadtverwaltung abzubauen und zugleich die im Stellenplan 2026 vorgesehenen neuen Stellen abzulehnen, ist aus Sicht der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen der falsche Weg.

„Natürlich müssen wir verantwortungsvoll mit den städtischen Finanzen umgehen. Aber eine Kommune saniert ihren Haushalt nicht dadurch, dass sie ihre Handlungsfähigkeit abbaut“, erklärt Julia Paschek, finanzpolitische Sprecherin der Fraktion. „Wer pauschal Stellen streicht, spart nicht nur auf dem Papier – er spart an den Leistungen für die Menschen in unserer Stadt.“

Gerade die Herausforderungen der kommenden Jahre zeigten, dass eine leistungsfähige Verwaltung unverzichtbar sei, zum Beispiel beim Schutz der Bevölkerung vor den Folgen der Klimakrise.

Karsten Ludwig, Sprecher für Gesundheit und Fraktionsvorsitzender, ergänzt: „Hitzeschutz entsteht nicht von allein. Hitzeaktionspläne müssen entwickelt und umgesetzt, gefährdete Einrichtungen beraten, Förderprogramme begleitet, Maßnahmen geplant und koordiniert werden. All das braucht qualifiziertes Personal. Wenn wir wollen, dass Krefeld auf zunehmende Hitzewellen vorbereitet ist, dann brauchen wir Menschen, die diese Aufgaben übernehmen. Wer immer neue Aufgaben übernehmen muss und gleichzeitig Personal abbaut, handelt widersprüchlich.“

Auch in vielen anderen Bereichen – von der Kinder- und Jugendhilfe über den Bevölkerungsschutz bis hin zur Stadtplanung und Digitalisierung – seien die Anforderungen an die Verwaltung in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Gesetzliche Vorgaben, Förderprogramme und komplexe Transformationsaufgaben ließen sich nicht mit immer weniger Beschäftigten bewältigen. Die Begründung der FDP greife daher zu kurz. Altersbedingte Personalabgänge seien kein Sparprogramm. Mit ihnen gehe wertvolles Wissen verloren, während gleichzeitig neue Aufgaben entstünden und der Fachkräftemangel die Nachbesetzung erschwere.

Mit Sorge nehmen die Grünen außerdem wahr, dass ähnliche Forderungen auch aus Reihen der CDU zu hören sind. „Wer Stellenkürzungen fordert, muss den Bürgerinnen und Bürgern ehrlich sagen, welche Leistungen künftig nicht mehr erbracht werden sollen und welche Angebote dann wegfallen. Eine leistungsfähige Kommune gibt es nicht zum Nulltarif.“

Julia Paschek abschließend: “Die Grünen stehen für konsequente Aufgabenkritik, Digitalisierung und effiziente Verwaltungsabläufe. Diese Instrumente können Prozesse verbessern und Mitarbeitende entlasten. Sie ersetzen jedoch nicht die Menschen, die eine funktionierende Stadt am Laufen halten.”