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Neue Förderschule in Krefeld: Grüne sehen Bedarf, fordern aber umfassende Inklusionskonzepte

Die Grünen im Krefelder Stadtrat nehmen die aktuelle Vorlage zur Errichtung einer neuen Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung an der Emil-Schäfer-Straße zum Anlass, ihre Position zum zukünftigen Schulsystem in Krefeld deutlich zu machen.

Bedarf wird anerkannt, aber inklusive Alternativen gefordert

„Die aktuelle Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule mit über 400 Schülerinnen und Schülern auf drei Standorten ist strukturell überlastet. Mehr als 98 Lehrkräfte und 155 Integrationshelfer müssen sich auf drei Standorte verteilen, was Abstimmungsaufwände und Reibungsverluste massiv erhöht. Eine bauliche Lösung ist dringend notwendig.“, sagt Benjamin Zander, schulpolitischer Sprecher der Grünen im Stadtrat.

Die Grünen befürworten daher den Vorschlag der Verwaltung, auf der Fläche der ehemaligen Kaserne an der Emil-Schäfer-Straße eine neue zweizügige Schule zu errichten. Allerdings mit wichtigen Voraussetzungen.

Inklusion darf nicht nachrangig sein

„Eine isolierte Förderschule ohne Verzahnung mit dem allgemeinen Schulsystem entspricht nicht unserem Verständnis inklusiver Bildung“, erklärt Eva Malecha-Konietz, inklusionspolitische Sprecherin der Grünen. „Wenn wir bereits erhebliche Investitionen in den Neubau tätigen, müssen wir gleichzeitig fragen: Warum nicht inklusiv denken und zukunftsfähig investieren? Es gibt hervorragende Beispiele dafür, dass gemeinsames Lernen funktioniert – und das nachhaltig besser für alle Beteiligten. Der Elternwunsch nach einem Platz in einer Förderschule ist nachvollziehbar, wenn es zu wenig gute inklusive Konzepte gibt, die die Bedarfe aller Kinder ernst nehmen.”

Raumplanung muss Offenheit ermöglichen

Für die Grünen ist entscheidend, dass die Planung der neuen Förderschule von Beginn an auf Durchlässigkeit ausgelegt wird. „Diese Schule darf nicht solitär in der Schullandschaft existieren“, betont Zander. „Wir fordern, dass sowohl bei der Raumentwicklung als auch beim gesamten Konzept explizit Flächen für gemeinsame Projekte mit benachbarten Regelschulen, Kooperationsräume und barrierefreie Außenbereiche eingeplant werden. Der Raumbedarf muss diesen inklusiven Anspruch abbilden.“

Dazu gehören beispielsweise:

  • Gemeinsame Nutzbereiche für Projekte mit Grundschulen der Umgebung

  • Barrierefreie Zugänge und Außenanlagen, die auch für Gastunterricht genutzt werden können

  • Flexible Raumkonzepte, die Austausch mit anderen Schulformen ermöglichen

  • Einrichtung einer integrierten Kindertagesstätte mit inklusivem Profil

Finanzielle Aspekte und Klimaverträglichkeit

Die Grünen verweisen zudem auf die geplanten Kosten für die Machbarkeitsstudie in Höhe von 100.000 Euro und die späteren Baukosten. „Jede Investition muss unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit bewertet werden“, so Eva Malecha-Konietz. „Eine klimaverträgliche Bauweise mit begrünten Außenflächen, Regenwassermanagement und minimierter Versiegelung ist selbstverständlich. Das Dokument zeigt bereits ein Bewusstsein für klimatische Auswirkungen – hier müssen wir in der weiteren Planung konsequent bleiben.“

Nächste Schritte

Mit der vorgesehenen Machbarkeitsstudie wird die Verwaltung nun konkretere Planungen vorlegen. Die Grünen werden in den politischen Gremien sorgfältig prüfen, ob die Ergebnisse den inklusiven Ansprüchen genügen. Parallel wollen sie Druck für den Ausbau bestehender inklusiver Angebote an Regelschulen machen.

„Unser Ziel ist ein flexibles, durchlässiges Schulsystem“, fassen Malecha-Konietz und Zander zusammen. „Förderschulen können wichtig sein für bestimmte Bedürfnisse, aber sie dürfen keine Sackgasse darstellen. Kinder mit Förderbedarf sollen überall dort lernen können, wo es für sie passt – inklusiv, wohnortnah und mit hochwertiger Unterstützung.“