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Beschlossener Haushalt setzt falsche Prioritäten: Klimaanpassung und Gesundheit dürfen nicht kaputtgespart werden

Die Ratsmehrheit aus CDU und SPD hat den Haushalt verabschiedet – und damit ausgerechnet an den Stellen gekürzt, die angesichts zunehmender Hitzewellen und der Klimakrise besonders wichtig sind. Die vorgesehenen Einsparungen bei Klimaanpassung und Gesundheitsvorsorge senden ein fatales Signal.

„Die Streichung der Stellen der Gesundheitslotsin und der Hitzeschutzbeauftragten im Gesundheitsamt ist aus unserer Sicht ein schwerer Fehler. Die Hitzewelle Ende Juni hat erneut gezeigt, welche konkreten Folgen extreme Temperaturen für die Menschen haben. Gerade ältere Menschen, chronisch Erkrankte, Menschen mit Behinderungen oder Alleinlebende sind besonders gefährdet. Hitze ist längst kein abstraktes Klimathema mehr, sondern ein ernstes Gesundheitsrisiko – mit zum Teil tödlichen Folgen”, erklärt Roxy Motté, klimapolitische Sprecherin der Grünen in Krefeld.

Allein in der letzten Juniwoche (Kalenderwoche 26), die von einer außergewöhnlich frühen Hitzewelle geprägt war, starben in Deutschland laut statistischem Bundesamt 7100 Menschen mehr als durchschnittlich in den Wochen davor Wer tagelang in aufgeheizten Wohnungen mit Temperaturen weit über 30 Grad lebe, Medikamente einnehme, die die Hitzetoleranz beeinflussen, oder wegen der Hitze das Haus nicht mehr verlassen könne, brauche Unterstützung und Aufklärung.

Karsten Ludwig, Fraktionsvorsitzender und Sprecher für Gesundheit, ergänzt: “Die Aufgabe von Hitzeschutzbeauftragten besteht nicht nur darin, Informationen bereitzustellen. Sie koordinieren Maßnahmen, vernetzen Einrichtungen, entwickeln Hitzeaktionspläne, schaffen gemeinsam mit anderen Akteurinnen und Akteuren kühle Aufenthaltsorte, verbessern die Versorgung mit Trinkwasser und tragen dazu bei, besonders gefährdete Menschen zu erreichen. Gerade diese koordinierende Funktion wird in Zukunft immer wichtiger werden. Einsamkeit, Dehydrierung und gesundheitliche Krisen verstärken sich in solchen Situationen gegenseitig. Hitzeschutz bedeute deshalb immer auch Sozialpolitik und Gesundheitsschutz.”

„Die Folgen der Klimakrise erleben wir längst nicht mehr irgendwann in der Zukunft. Sie finden heute statt – auf unseren Straßen, in unseren Wohnungen und leider auch in unseren Krankenhäusern“, erklärt die Fraktion. „Wer in dieser Situation bei Hitzeschutz, Bäumen und Entsiegelung kürzt, verschiebt Probleme nicht – er verschärft sie.“

Die Grünen fordern deshalb, die beschlossenen Kürzungen im Bereich Klimaanpassung und Gesundheitsvorsorge schnellstmöglich zurückzunehmen und stattdessen eine verlässliche, mehrjährige Finanzierung für Hitzeschutz, Stadtgrün und klimaresiliente Infrastruktur sicherzustellen.

Denn jeder Euro, der heute in Prävention und Klimaanpassung investiert würde, schütze Menschenleben und vermeide morgen deutlich höhere Kosten für Gesundheitssystem, Infrastruktur und Katastrophenschutz. “Klimaanpassung ist keine freiwillige Zukunftsaufgabe – sie ist kommunale Daseinsvorsorge!” so Motté abschließend.

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