Die Grünen-Fraktion im Stadtrat zeigt sich erstaunt darüber, dass die Stadtverwaltung nach Jahren des Zögerns bei der Sanierung der Hochbauten auf der Bezirkssportanlage Hubert-Houben nun den als alternativlos bezeichneten Abriss der Tribüne verkündet – ohne die Politik vorher zu informieren.
„Schon 2020 gab es lange Verzögerungen seitens der Verwaltung beim Beginn der Sanierungen. Man konnte bereits damals der Anlage beim Zerfall zuschauen“, erinnert sich Benjamin Zander, der von 2020 bis 2023 Bezirksvorsteher in Krefeld-Nord war und sich stark für den Beginn der Sanierungen eingesetzt hat. „Durch viele Verhandlungen innerhalb der Politik, mit der Verwaltung und den Nutzenden wurde 2024 endlich begonnen.“
Der politische Druck sei „mehr als notwendig gewesen“ , so Zander, um die Verwaltung dazu zu bringen, diese Anlage zu sanieren. Doch nun herrsche Frust bei den Grünen:
„Bereits mehrfach wurde das Thema in der Bezirksvertretung Nord aufgegriffen und nach dem Stand der Sanierung gefragt. Im Sportausschuss wurde zuletzt ein Gutachten angekündigt, auf dessen Grundlage die Verwaltung nun offenbar weitreichende Entscheidungen trifft – dieses Gutachten wurde der Politik bislang jedoch nicht zur Verfügung gestellt“, kritisiert Roxy Motté, sportpolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion.
Die Tribüne sei nicht nur ein schmuckes Beiwerk in einem denkmalgeschützten Ensemble, sondern werde intensiv genutzt – sowohl von Vereinen bei Turnieren, Schulen bei Sportfesten als auch vom Bürgerverein beim alljährlichen Martinsfest.
„Wir erwarten Informationen der Verwaltung mit dem Gutachten und einer Perspektive, wie nun geplant ist, sowohl dem Denkmalschutz als auch den Anforderungen der Nutzenden gerecht zu werden“, fordern Zander und Motté.
Die Grünen Krefeld verlangen, dass die Verwaltung das zugrundeliegende Gutachten umgehend offenlegt und eine transparente Perspektive für den Erhalt der denkmalgeschützten Tribüne darlegt. Ein Abriss ohne vorherige Information und Diskussion mit der Politik sei inakzeptabel und zeige erneut, dass die Verwaltung mindestens Teilen der Politik Informationen vorenthält.