Pressemitteilung

Grüne kritisieren Streichung der Biodiversitätsmittel: „Kurzsichtige Entscheidung von SPD und CDU“

Die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat eine Anfrage zu den Auswirkungen der vollständigen Streichung des Haushaltsansatzes „Biodiversität“ im Haushalt 2026 gestellt. Die Fraktion möchte von der Verwaltung unter anderem wissen, welche Folgen die Entscheidung für das geplante Biodiversitätskonzept, konkrete Naturschutzmaßnahmen und die Einwerbung von Fördermitteln hat.

„Uns ist bewusst, dass die Stadt vor großen finanziellen Herausforderungen steht und wir in den kommenden Monaten über ein Haushaltssicherungskonzept sprechen werden. Gerade deshalb müssen wir genau hinschauen, an welchen Stellen Kürzungen langfristig teurer werden können“, erklärt Roxy Motté, umweltpolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion.

Nach Auffassung der Grünen ist die von SPD und CDU beschlossene vollständige Streichung des Haushaltsansatzes ein falsches Signal. Statt gezielt Prioritäten zu setzen und die Chance zu nutzen, mit vergleichsweise geringen Eigenmitteln erhebliche Fördergelder nach Krefeld zu holen, werde ein ganzer Zukunftsbereich faktisch auf null gesetzt.

Krefeld kommt beim Thema Biodiversität eine besondere Rolle zu. Mit dem Entomologischen Verein Krefeld ist hier eine international anerkannte Forschungseinrichtung beheimatet, deren Arbeiten den dramatischen Rückgang der Insektenbestände weltweit sichtbar gemacht und die öffentliche Debatte über die Biodiversitätskrise maßgeblich geprägt haben.

„Es ist kaum nachvollziehbar, dass ausgerechnet in Krefeld, wo der Entomologische Verein internationale Maßstäbe in der Biodiversitätsforschung gesetzt hat, SPD und CDU den kompletten Haushaltsansatz für Biodiversität streichen. Der Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist keine freiwillige Luxusaufgabe, die man in finanziell schwierigen Zeiten einfach aussetzen kann. Wer heute sämtliche Mittel streicht, gefährdet nicht nur konkrete Naturschutzmaßnahmen, sondern riskiert auch, dass Fördergelder von Bund und Land ungenutzt bleiben“, so Motté.

Mit ihrer Anfrage wollen die Grünen insbesondere Klarheit darüber schaffen, welche personellen und finanziellen Mindestvoraussetzungen erforderlich sind, um das Biodiversitätskonzept fortzuführen und spätestens mit dem Haushalt 2027 wieder Fördermittel für kommunale Biodiversitätsmaßnahmen einwerben zu können.

„Wer angesichts knapper Kassen pauschal Zukunftsaufgaben streicht, spart nicht nachhaltig, sondern verschiebt die Kosten in die Zukunft. Wir erwarten von SPD und CDU, dass sie diese Entscheidung spätestens in den Beratungen zum Haushalt 2027 korrigieren und die Voraussetzungen schaffen, damit Krefeld wieder handlungsfähig wird und Fördermittel einwerben kann“, betont Motté abschließend.