Der Ausschuss für Ordnung, Sicherheit, Verkehrssicherheit und Gefahrenabwehr beschließt:
- Die Verwaltung wird beauftragt, die rechtlichen Möglichkeiten zur Einschränkung privaten Silvesterfeuerwerks der Kategorie F2 im Krefelder Stadtgebiet umfassend zu prüfen. Dies schließt die Prüfung von zeitlichen und räumlichen Verboten (Verbotszonen) mit ein.
- Parallel dazu erarbeitet die Verwaltung ein Konzept für zentrale, professionell durchgeführte Silvesterveranstaltungen in Krefeld als Alternative zum privaten Feuerwerk. Dieses Konzept soll
a. Mögliche Standorte für zentrale Feuerwerke oder Shows in den Stadtteilen identifizieren.
b. Die Organisation durch professionelle Pyrotechniker oder Veranstalter skizzieren.
c. Innovative und umweltfreundliche Alternativen wie Drohnen- und Lasershows evaluieren und deren Machbarkeit für Krefeld prüfen, inklusive einer Analyse von Erfolgsbeispielen aus anderen Städten.
d. Verschiedene Finanzierungsmodelle (z. B. Haushaltsmittel, Sponsoring, Ticketing) aufzeigen. - Bei der Prüfung und Konzepterstellung sind folgende Aspekte zu analysieren und zu bewerten:
a. Sicherheit: Reduzierung von Verletzungen, Bränden und Angriffen auf Einsatzkräfte.
b. Umwelt- und Tierschutz: Lärmreduktion und Stressvermeidung für Haus- und Wildtiere sowie Verringerung der Feinstaub- und Müllbelastung.
c. Wirtschaftlichkeit: Gegenüberstellung der Kosten für Rettungs- und Reinigungseinsätze mit den Kosten für zentrale Alternativveranstaltungen. - Das Ergebnis der Prüfungen und Konzepte wird dem Ausschuss in einer nächsten Sitzung vorgelegt. Sofern erforderlich, ist ein erster Zeitplan für die Umsetzung der Maßnahmen bis zum Jahreswechsel 2026/27 zu entwickeln.
Begründung:
Silvesterfeuerwerke ziehen erhebliche finanzielle und gesellschaftliche Belastungen nach sich. Die Rückstände von Feuerwerkskörpern und Verpackungen führen i. d. R. zu erhöhten Einsätzen der Straßenreinigung, insbesondere in stark frequentierten Bereichen wie Plätzen und Parkanlagen. Diese zusätzliche Arbeitsbelastung verursacht Kosten, die über das gewöhnliche Maß hinausgehen und von der Allgemeinheit getragen werden müssen.
Darüber hinaus sind Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei zum Jahreswechsel stark gefordert. Feuerwerksbedingte Brände, Verletzungen und Störungen der öffentlichen Ordnung binden erhebliche personelle und materielle Ressourcen. Dies führt nicht nur zu direkten Kosten der entsprechenden Akteure, sondern beeinträchtigt auch die Verfügbarkeit dieser Dienste für andere Einsätze und Notfälle.
Zudem verursachen Silvesterfeuerwerke erhebliche Umwelt- und Gesundheitsbelastungen. Durch den massiven Ausstoß von Feinstaub und Schadstoffen wird die Luftqualität teils massiv verschlechtert und insbesondere für Kinder, ältere Menschen sowie Menschen mit Atemwegserkrankungen zum akuten Gesundheitsrisiko. Hinzu kommen Mikroplastik und Chemikalienreste, welche unsere Umwelt belasten und aufwendig entsorgt werden müssen. Bei Wild- und Haustieren verursacht der Lärm enormen Stress, der Panikreaktionen und Fluchtverhalten auslösen und den Tieren langfristig schaden kann.
Durch die Einschränkung des privaten Feuerwerks können diese Probleme reduziert werden. Kommunale Alternativen wie Bezirksfeuerwerke oder innovative Shows mit Drohnen und Lasern bieten eine sichere, umweltfreundliche und inklusive Möglichkeit, Silvester zu feiern. Diese Maßnahmen tragen zur Verbesserung der Lebensqualität und zum Umwelt- sowie Tierschutz bei.
