PRESSEMITTEILUNG

Stellungnahme für das Abstimmungsheft Ratsbürgerentscheid Bewerbung Olympia & Paralympics

Die Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Krefeld unterstützt die Bewerbung der Region KölnRheinRuhr um Olympische und Paralympische Spiele und die Beteiligung der Stadt Krefeld. Diese Bewerbung bietet die Chance, ein internationales Großereignis konsequent auszurichten: nachhaltig, sozial gerecht und unter breiter demokratischer Beteiligung. Ein Ja beim Ratsbürgerentscheid ist für uns der verbindliche Auftrag, diese Grundsätze zu gewährleisten.

Mit der Bewerbung bietet sich für die Menschen der Region KölnRheinRuhr die Chance, Spitzensport unterschiedlichster Sportarten zu erleben und damit auch die Möglichkeit, über den eigenen sportlichen Tellerrand zu schauen.

Wir wissen: Olympische Spiele sind nicht unumstritten – unter anderem wegen ökologischer Schäden, sozialer Verdrängung und mangelnder Transparenz. Wir wollen nicht, dass die Olympischen und Paralympischen Spiele in einem Land ausgerichtet werden, das aus den Fehlern der Vergangenheit nicht lernt. Wir wollen auch nicht, dass dieses Großevent einem Land, in dem Menschenrechte verletzt werden, zur Selbstinszenierung dient. Die Bewerbung KölnRheinRuhr zeigt schon jetzt, dass sie nachhaltige und transparente Wege geht: Sie setzt auf eine dezentrale Ausrichtung, die Nutzung vorhandener Sportstätten und einen weitgehenden Verzicht auf Neubauten. Olympische und Paralympische Spiele werden von Anfang an gemeinsam gedacht. Damit besteht die Möglichkeit, Klimaschutz, Barrierefreiheit und soziale Standards frühzeitig zu verankern und konsequent umzusetzen. Bürgerentscheide in allen beteiligten Kommunen stellen sicher, dass die Spiele nur mit dem Rückhalt der Menschen stattfinden.

Zudem verfolgt sie einen Ansatz, der sich deutlich von früheren Austragungsmodellen unterscheidet. Das wird durch die seit 2021 geltende und in Paris erstmals zum Tragen gekommene Reformagenda „Olympic Agenda 2020+5“ des Internationalen Olympischen Komitees unterstützt.

Für Krefeld ist der Beitrag klar definiert: Vorgesehen ist die Ausrichtung der Sportarten Taekwondo und Rollstuhlrugby unter Nutzung bestehender Sportstätten (YAYLA Arena) und vorhandener Strukturen. Richtschnur für Planung und Umsetzung ist, dass Maßnahmen sozial verträglich, ökologisch verantwortungsvoll und in die Stadtentwicklung eingebettet erfolgen.

Ein Ja zur Bewerbung soll die Basis für konkrete und langfristige Mehrwerte schaffen. Begleitende Investitionen müssen dauerhaft wirken – für mehr Barrierefreiheit, bessere Erreichbarkeit und eine Stärkung des Breiten- und Vereinssports. Unsere Zustimmung ist an klare Bedingungen geknüpft: transparente und begrenzte Kosten, verbindliche Klima- und Sozialstandards sowie der Schutz öffentlicher Räume und bezahlbaren Wohnraums.

Kein anderes uns bekanntes Bewerbungskonzept erfüllt diese Anforderungen so gut wie die Bewerbung KölnRheinRuhr. Die derzeitigen Kostenpläne gehen davon aus, dass die Durchführungskosten vollständig von den Einnahmen gedeckt werden können. Insgesamt wird von bis zu 14 Millionen verkaufbaren Karten ausgegangen.

Die vorgesehenen 17 Bürgerentscheide, in den an der Bewerbung beteiligten Städte, sind das Fundament für eine umfassende demokratische Beteiligung. Damit können auch Sie hier in Krefeld frühzeitig über den weiteren Weg der Bewerbung entscheiden.

Nutzen Sie dieses verbindliche demokratische Instrument. Beteiligen Sie sich am Ratsbürgerentscheid und bringen Sie Ihre Perspektive ein.

Als Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Krefeld werben wir daher für ein Ja zur Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele KölnRheinRuhr auch in Krefeld, um internationale Sportereignisse neu zu denken und sozial, nachhaltig und verantwortungsvoll zu gestalten.