Pressemitteilung

Am falschen Ende gespart: Krefeld droht bei Biodiversitätsschutz Verlust von Fördergeldern

Die vollständige Streichung der Mittel für Biodiversität im Krefelder Haushalt hat weitreichende Folgen. Das geht aus der Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Grünen Ratsfraktion hervor. Demnach erschwert der fehlende Haushaltsansatz nicht nur die Umsetzung künftiger Maßnahmen aus dem Biodiversitätskonzept, sondern gefährdet auch den Zugang zu Fördermitteln von Land und Bund.

Hintergrund ist, dass für nahezu alle infrage kommenden Förderprogramme ein kommunaler Eigenanteil erforderlich ist. Dieser liegt nach Angaben der Verwaltung in der Regel bei rund 20 Prozent. Ohne eigene Haushaltsmittel kann Krefeld diesen Eigenanteil künftig nicht verlässlich bereitstellen. Die Chance auf Fördermittel entfällt dadurch.

„Die Antwort der Verwaltung bestätigt unsere Befürchtung: Wer die Mittel komplett streicht, spart nur auf den ersten Blick. Im schlimmsten Fall verlieren wir dadurch nämlich gleichzeitig auf ein Vielfaches dieser Summe an Fördermitteln. Gerade in Zeiten knapper Kassen ist das finanzpolitisch kurzsichtig“, erklärt Roxy Motté, umweltpolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion.

Die Verwaltung verweist darauf, dass Krefeld bereits heute bei zahlreichen Naturschutzmaßnahmen auf Fördermittel angewiesen ist. Allein in den vergangenen beiden Jahren wurden für Maßnahmen Eigenanteile von rund 34.000 beziehungsweise 42.000 Euro aufgebracht. Für die kommenden Jahre hält die Verwaltung einen Ansatz von rund 35.000 Euro für sinnvoll, um handlungsfähig zu bleiben.

Biodiversitätsschutz ist dabei kein Selbstzweck. Intakte Ökosysteme, vielfältige Grünflächen und gesunde Gewässer sind gerade angesichts zunehmender Hitze und Trockenheit wichtig für ein klimaresilientes und lebenswertes Krefeld. Wer hier vorsorgt, schützt nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch die Lebensqualität der Menschen in unserer Stadt.

Für die Grünen ist damit klar, dass die Finanzierung bereits bei den jetzt laufenden Gesprächen über den Haushalt 2027 und das Haushaltssicherungskonzept berücksichtigt werden muss.

„Wir stehen vor schwierigen Haushaltsentscheidungen. Umso wichtiger ist es, dort Mittel vorzusehen, wo mit vergleichsweise kleinen kommunalen Beträgen zusätzliche Gelder nach Krefeld geholt werden können. Wir fordern SPD und CDU deshalb auf, die Mittel für Biodiversität ab 2027 wieder in den Haushalt aufzunehmen“, so Motté.