Anfrage

Stadtbäume in Krefeld – Strategien gegen den fortschreitenden Baumverlust

Die Verwaltung wird gebeten, die folgenden Fragen zu beantworten:

  1. Wie hat sich die Anzahl der städtischen Bäume im Krefelder Stadtgebiet in den vergangenen zehn Jahren entwickelt? Bitte jeweils für die einzelnen Jahre die Anzahl der Fällungen, Neupflanzungen und – soweit erfasst – den daraus resultierenden Netto-Baumbestand darstellen.

  2. Mit welcher Entwicklung des städtischen Baumbestands rechnet die Verwaltung für die kommenden fünf und zehn Jahre, wenn von einem unveränderten Nachpflanzungsbudget gemäß des bisherigen Haushaltsplans ausgegangen wird, angesichts der zunehmenden klimatischen Veränderungen?

  3. Welche zusätzlichen finanziellen und ggf. personellen Ressourcen wären nach Einschätzung der Verwaltung erforderlich, um die Zahl der Nachpflanzungen denen der Fällungen anzugleichen, um zumindest bezogen auf den Baumbestand 2026 eine fiktive Erhaltung anzustreben, einschließlich notwendiger Ressourcen um eine ausreichende Entwicklungspflege in den ersten Jahren sicherzustellen?

  4. Vorlage 1124/26 beschreibt ein Verfahren bezüglich der Nachpflanzung von Bäumen, dass „soll so lange beibehalten werden (soll), wie ein entsprechendes Baumkonzept nicht existiert.“. Bereits im Jahr 2022 wurde die Erstellung dieses Konzepts in einer Vorlage zur Umsetzung des Grünordnungsplans (3963/22) angekündigt. Gibt es konkrete Pläne zur Erstellung eines Baumkonzepts? Falls ja: Wann soll es der Politik zur Beschlussfassung vorgelegt werden?
  5. Gibt es seitens der Verwaltung im Rahmen des Baumkonzepts Pläne, ein konkretes Ziel für die Entwicklung des städtischen Baumbestands, beispielsweise eine angestrebte Mindestzahl oder einen jährlichen Nettozuwachs an Stadtbäumen zu integrieren?
  6. In welchem Zuständigkeitsbereich liegt die Entwicklung eines konkreten Plans, um in Dürreperioden zusätzliche Erhaltungsmaßnahmen am städtischen Baumbestand durchführen zu können?

    Begründung

    Die Antwort der Verwaltung auf die Anfrage der Ratsgruppe LUKS zur Baumbewässerung und Dürre zeigt, dass die Folgen zunehmender Hitze- und Trockenperioden für den Krefelder Baumbestand bereits heute deutlich spürbar sind. Für 2027 ist infolge der Trockenperiode 2026 mit einem (erneuten) Anstieg der erforderlichen Baumfällungen zu rechnen. Gleichzeitig sind derzeit lediglich etwa (nur) 800 bis 850 Nachpflanzungen für die kommende Pflanzperiode vorgesehen. Einen zusätzlichen Pflanzbedarf sieht die Verwaltung unter anderem auch aufgrund der Anforderungen der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur.

    Weiterhin fehlt bislang ein übergreifender Ansatz, um den Baumbestand angesichts zunehmender Hitze- und Dürreperioden strategisch zu sichern und weiterzuentwickeln. Die Gesamtstädtische Klimaanalyse wird bei der Bewässerungsplanung derzeit nicht berücksichtigt; gesonderte Bewässerungspläne oder festgelegte Kriterien für anhaltende Dürreperioden bestehen ebenfalls nicht.

    Damit stellt sich die grundsätzliche Frage, wie sich der Krefelder Baumbestand entwickelt, wenn die klimatischen Belastungen weiter zunehmen und die Möglichkeiten zur Nachpflanzung begrenzt bleiben. Die Anfrage soll daher klären, welche konkreten Hebel die Verwaltung sieht, um einen möglichen Rückgang des Baumbestands aufzuhalten und langfristig wieder einen positiven Entwicklungstrend zu erreichen. Dazu gehören ausreichende finanzielle und personelle Ressourcen, geeignete Standorte und gute Entwicklungsbedingungen für Neupflanzungen ebenso wie ein vorausschauendes Bewässerungs- und Pflegemanagement sowie die stärkere Verknüpfung mit der städtischen Klimaanpassungs- und Freiraumplanung.

    Der Erhalt und Ausbau des Stadtbaumbestands ist eine zentrale Aufgabe der Klimaanpassung, nicht zuletzt aufgrund zunehmender Hitze- und Trockenperioden.